Mutige Rennen und viele Bestzeiten bei der Bahnlaufserie

Mutige Rennen, gute Tempomacher und zahlreiche persönliche Bestleistungen prägten den zweiten Abend der 43. Bahnlaufserie. Vom Nachwuchs bis zu den Masters nutzten viele Athletinnen und Athleten die guten Bedingungen, um ihre Bestmarken zum Teil deutlich zu steigern. Parallel wurden über 5000 Meter die Regionsmeisterschaften der Regionen Südost und Mitte ausgetragen.

Einen sportlichen Höhepunkt lieferten die 1500 Meter der Männer. Das von Beginn an auf eine Zeit unter vier Minuten ausgelegte Rennen entschied Kai Muty vom Sportclub Krefeld 1905 auf der Zielgeraden in 3:59,32 Minuten knapp vor Leonard Kessen (3:59,85) von TuS Köln rrh. und Joseph Tanga (4:01,75) von der Troisdorfer LG für sich. Muty und Kessen blieben damit erstmals unter vier Minuten. Auch dahinter fielen zahlreiche persönliche Bestzeiten.

Spannend wurde der Kampf gegen die Uhr auch bei den Masters. Dietmar Schmidt vom TuS 06 Waldbröl gewann die M75 in Saisonbestzeit von 6:06,51 Minuten und verfehlte die deutsche Jahresbestleistung nur um rund eine Sekunde. In der M60 war mit Johannes Ritter vom TV Refrath der Zweite der aktuellen deutschen Jahresbestenliste am Start. Erst am Vortag aus dem Urlaub zurückgekehrt, lief er 4:48,09 Minuten.

Bei den Frauen sorgte Inken Terjung von Cologne Athletics lange für das Tempo und zog Franka Wiechers von der SSF Bonn zu einer neuen persönlichen Bestleistung. Wiechers gewann in 4:43,36 Minuten. Eine besondere Leistung gelang zudem Antje Wietscher vom TV Refrath: Die 70-Jährige steigerte ihre eigene deutsche Jahresbestleistung über 1500 Meter um knapp eine halbe Sekunde auf 6:13,04 Minuten.

Schon zuvor hatte der Nachwuchs über 2000 Meter mit schnellen Rennen und mehreren persönlichen Bestleistungen überzeugt. Fazile Güleryüz von der LG Brillux Münster gewann die W13 in 6:53,72 Minuten. Sie war eines von gleich drei Mitgliedern der laufbegeisterten Familie Güleryüz aus Münster, die an diesem Abend an den Start gingen.

Auch über 5000 Meter zahlte sich gute Tempoarbeit aus. Gianluca Mirizzi vom TuS Köln rrh., der bereits über 1500 Meter für Tempo gesorgt hatte, führte zunächst auch das schnelle 5000-Meter-Feld an. Anschließend übernahm Jonathan Dahlke (TSV Bayer o4 Leverkusen) die Tempoarbeit für Alexander Braun (Milers Colonia 2020). Dahlke ist amtierender deutscher Vizemeister über 10.000 Meter und hatte seine Laufbahn einst beim TV Herkenrath begonnen.

Braun, sonst vor allem auf der Straße zu Hause, gewann in 15:22,21 Minuten knapp vor Dahlke und sicherte sich zugleich den Titel bei den Regionsmeisterschaften Südost. Dahinter verbesserte Niklas Röttger vom Marathon-Club Menden seine persönliche Bestleistung um fast 50 Sekunden auf 15:25,78 Minuten.

Ein bekanntes Gesicht der Bahnlaufserie setzte ebenfalls ein Ausrufezeichen: Christl Dörschel von der SG Wenden, die der Veranstaltung bereits seit Jahrzehnten als Starterin verbunden ist, lief mit 18:55,02 Minuten Saisonbestzeit und schob sich damit in der W50 auf Rang zwei der deutschen Jahresbestenliste.

„Es sind die schnellen Zeiten und persönlichen Bestleistungen, die einen solchen Abend sportlich besonders machen. Aber die Bahnlaufserie funktioniert nur, weil im Hintergrund viele Menschen mit anpacken – vom Aufbau über Zeitmessung und Rundenzählen bis zum Catering“, sagte Beate Renneberg, Abteilungsleiterin Leichtathletik des TV Herkenrath. „Wenn dann Athleten vom Nachwuchs bis zu den Masters gemeinsam auf der Bahn stehen und die Zuschauer bei den Rennen mitgehen, entsteht genau die Atmosphäre, die unsere Bahnlaufserie seit vielen Jahren ausmacht.“

Regionsmeisterinnen und Regionsmeister Südost über 5000 Meter:
Männer: Alexander Braun (Milers Colonia 2020), 15:22,21 Min.
Frauen: Jouline Eckl (TuS Köln rrh.), 18:45,13 Min.
U20: Jonas Brücher (LG Gummersbach), 16:11,15 Min.
U18: Benedikt Flosbach (LG Gummersbach), 17:44,14 Min.
M30: Jonathan Dahlke (TSV Bayer 04 Leverkusen), 15:23,42 Min.
M35: Leonard Gol (Milers Colonia 2020), 16:14,01 Min.
M40: Frank Briesenick (TuS Köln rrh.), 17:06,09 Min.
M45: Erik Bosgraaf (TV Refrath), 21:15,11 Min.
M55: Carsten von Kuk (Milers Colonia 2020), 17:58,33 Min.
M65: Wilhelm Wölfel (TV Refrath), 21:43,48 Min.

Weitere Top-3-Platzierungen des TV Herkenrath und TV Refrath:
2000 m W13: 3. Luna Schauerte (TV Herkenrath), 9:25,39 Min.
2000 m M14: 3. Maximilian Junggeburth (TV Herkenrath), 6:47,91 Min.
1500 m M50: 1. Bruno Scheja (TV Refrath), 4:42,53 Min.